In diesem Artikel werden wir Folgendes besprechen:
- Gamifizierung menschlicher Beziehungen
- Die Datenpunkte hinter algorithmischem Dating
- Wie Unternehmen Liebe quantifizieren und Gewinne erzielen
Gamifizierung menschlicher Beziehungen
In den letzten 5 Jahren hat sich die Zahl der Nutzer von Dating-Apps von knapp 200 Millionen auf satte 323 Millionen im Laufe des Jahres 2021 fast verdoppelt.
Die Anzahl der Nutzer von Dating-Apps weltweit: 2015–2021

Die Datenpunkte hinter algorithmischem Dating
Mit dem breiten Interesse gehen auch größere Geschäftsmöglichkeiten einher. Die digitale Dating-Branche umfasst weit mehr als nur eine Handvoll Dating-Apps. Und die Menschen, die nach zwischenmenschlichen Beziehungen suchen, generieren große Mengen an Open-Source-Webdaten.
Die Suche nach der Liebe beginnt oft in einer Suchmaschine
Menschen, die neu in der Online-Dating-Szene sind, gehen oft direkt zu ihrer bevorzugten Suchmaschine, um ihre „User Journey” zu beginnen. Sie geben möglicherweise Fragen ein wie:
- „Beste Online-Dating-App”
- „Wie finde ich online eine Romanze?”
- „Männer suchen Männer”
- „Digitale Swinger-Foren“
Dating-Plattformen wie Tinder, Bumble und Grinder können diese Suchanfragen sammeln und analysieren und sie als Grundlage dafür nutzen, neuen Nutzern ihre Produkte vorzustellen. Jede der oben genannten Suchanfragen lässt sich leicht in den Titel eines Blogbeitrags, eines YouTube-Videos oder eines Diskussionsbeitrags in einem Forum umwandeln.
Ist man wirklich verliebt, wenn man es nicht in den sozialen Medien geteilt hat?
Die Menschen lieben es, ihre „Liebesbeziehungen“ in den sozialen Medien zu teilen, sei es ein romantischer Wochenendausflug auf die griechischen Inseln oder ein Brunch am Freitag in einem beliebten Restaurant. Öffentliche Beiträge lauten oft in etwa so:
- „Ich habe meinen Schatz auf Tinder kennengelernt – wer hätte das gedacht? XOXO”
- „Zwei Mathe-Nerds verliebt“
- „Eine Sommerromanze, an die man sich gerne erinnert”
Diese Beiträge können Unternehmen, die in der „Liebesbranche“ tätig sind, ein besseres Verständnis dafür vermitteln, wonach ihre Zielgruppen suchen. Die Generation X sucht vielleicht nach kurzlebigen romantischen Affären, während Millennials eher nach NSA-Beziehungen (No Strings Attached) Ausschau halten.
Die Dinge, die Menschen als Katalysator für ihr Zusammenkommen angeben, wie „Mathematik“, „Musik“ oder „Reisen“, können Produktentwicklern beispielsweise dabei helfen, die User Experience (UX) besser zu gestalten. Dies kann in Form neuer Profil-Tags oder Möglichkeiten geschehen, mit denen Apps Menschen mit ähnlichen Interessen miteinander verbinden.
Wie Unternehmen Liebe quantifizieren und Gewinne erzielen
Daten werden jedoch nicht nur von Nutzern generiert, sondern auch von konkurrierenden Unternehmen. Unternehmen, die im Dating-Bereich tätig sind, sammeln Informationen über ihre Konkurrenten, darunter Informationen zu folgenden Themen:
- Marketingkampagnen
- Preismodelle für Abonnements
- Benutzeroberfläche (UI)
Anhand dieser Informationen können sie dann ihre eigene Werbung, Preisgestaltung und Benutzeroberfläche optimieren, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Ein Wettbewerber bietet beispielsweise unbegrenzte kostenlose Nachrichten an, verlangt jedoch einen Aufpreis für die Erweiterung der geografischen Suche nach potenziellen Partnern. Ein anderer begrenzt die Anzahl der Personen, mit denen man täglich Kontakt aufnehmen kann, erlaubt jedoch das unbegrenzte Teilen von Fotos. Das Sammeln dieser Datenpunkte kann Apps dabei helfen, ihre kostenlosen Versionen zu verbessern und gleichzeitig mehr Nutzer zu kostenpflichtigen Abonnements zu bewegen.
Fazit
Open-Source-Webdaten liefern Websites und Anwendungen in der Dating-Branche Einblicke darüber, wonach Menschen suchen, über welche Kanäle sie bevorzugt Kontakt aufnehmen und wie ihre Konkurrenten agieren.
Der Umfang der Erkenntnisse, die aus Online-Interaktionen unter Verwendung von Open-Source-Daten gewonnen werden können, geht jedoch weit über die Dating-Branche hinaus.
Daten helfen E-Commerce-Unternehmen dabei, die Präferenzen der Verbraucher zu verstehen und in Echtzeit mit den Preisen der Konkurrenz zu konkurrieren. Sie informieren Investmenthäuser über die Stimmung in der Gesellschaft gegenüber börsennotierten Unternehmen und verbessern die Möglichkeiten von Unternehmen, sich vor unerwünschten Markenverletzungen und Markenverwässerung zu schützen.
Überlassen Sie nichts dem Zufall.