Letzte Woche wurde ich eingeladen, an einer Podiumsdiskussion im Rahmen der PrivSec-Veranstaltung in London teilzunehmen. Die Podiumsdiskussion befasste sich mit einem Thema, das mir sehr am Herzen liegt: ethische Werbung und Marketing. Wir bei Bright Data nutzen unsere Plattform, um Werbebetrug direkt zu bekämpfen. Werbebetrug ist für Kriminelle zu einem lukrativen Geschäft geworden – allein im Jahr 2019 war er für Verluste in Höhe von über 42 Milliarden Dollar verantwortlich!
Die Podiumsdiskussion begann mit einer einfachen Frage: Was bedeutet das Wort „ethisch”?
Die Antwort ist viel vielfältiger, als Sie vielleicht denken. Es stellt sich heraus, dass jeder Mensch die ethische Grenze anders zieht. Was Ihnen ethisch erscheint, kann für jemand anderen völlig falsch sein, selbst wenn es um eine rein rechtliche Angelegenheit geht.
Die Podiumsdiskussion wurde von John Mitchison, Director of Policy&Compliance bei DMA, geleitet.
Zu den Teilnehmern der Podiumsdiskussion gehörten: Marie Bradley, Operational Compliance Director bei Adam&Eve, Gioriga Vulcano, EU Privacy Counsel, Coca Cola Company, und Magali Feys, Chief Strategist, Ethical Data Use bei Anonos.
Wie definiert man also, was ethisch ist?
Bei Bright Data betrachten wir diesen wertvollen Begriff aus drei verschiedenen Blickwinkeln:
- Aus Sicht der Mitarbeiter, was viel mit der Unternehmenskultur/DNA und der Ausbildung zu tun hat.
- Aus Sicht der Compliance. Wir führen mehrere umfassende Compliance-orientierte Prozesse durch, darunter ein strenges Onboarding-Verfahren. Wir möchten stets sicherstellen, dass Kunden, die unserem Netzwerk beitreten, dies aus legitimen Gründen tun.
- Aus Sicht der Marktbildung. Wir konzentrieren uns darauf, unser Fachwissen zu verbreiten und gleichzeitig die Transparenz im Internet weltweit zu fördern. Wir arbeiten mit Universitäten und Forschungsinstituten zusammen, führen weltweit kostenlose praktische Workshops durch und initiieren und schaffen rein professionelle Foren.
Natürlich wurde in der Runde auch die Frage nach Richtlinien und Klarheit gestellt. Wie sorgt man für Klarheit? Wie geht man frühzeitig auf alle Aspekte der ethischen Gleichung ein? Hier sind die Antworten meiner Podiumspartner:
„Wenn Ihre Kunden wissen, was Sie mit ihren Daten machen, stärkt das sicherlich das Vertrauen in Ihr Unternehmen und Ihre Produkte – Sie müssen sie darüber informieren.“ Marie Bradley, Operational Compliance Director bei Adam&Eve
„Bevor Sie sich überhaupt mit den rechtlichen Aspekten befassen, müssen Sie von Anfang an mit funktionsübergreifenden Teams zusammenarbeiten. Sie müssen alle Inputs bereits in den ersten Phasen der Produktentwicklung einholen. Dies würde auch bei der Klärung der rechtlichen Aspekte helfen.“ – Gioriga Vulcano, EU Privacy Counsel, Coca Cola Company
„Zum jetzigen Zeitpunkt ist klar, dass wir den Weg der Regulierung weitergehen müssen. Das hilft uns als Organisation und unseren Kunden. Es lässt uns effizienter arbeiten. Wir brauchen diese Klarheit.“ Magali Feys, Chief Strategist, Ethical Data Use, Anonos.
Bei der Beantwortung der Fragen aus dem Publikum wurde deutlich, dass dieses Thema uns alle auch weiterhin aktiv beschäftigen wird. Vor allem aus moralischer Sicht.
Als CEO beschäftigen mich ethische Fragen sehr, da ich oft gefragt werde, wie eine Angelegenheit zu bewerten ist.
Bei Bright Data fördern wir Transparenz. Wenn ein Anwendungsfall genau das fördert, lassen wir ihn zu. Eine einfache Richtlinie, die uns bis heute leitet.
Nehmen wir zum Beispiel den Fall, dass ein Einzelhandelsunternehmen seine Marktforschung durchführen möchte, um seine Angebote attraktiv zu bepreisen. Preisvergleiche fördern die Transparenz, was wiederum den offenen Wettbewerb fördert, was dann zu besseren Preisen für den Verbraucher führt – ein Gewinn für den gesamten Markt.
Zweitens, und das ist wichtig: Wenn ich mich mit einer ethischen Frage befasse, blende ich oft den Faktor „Geldverdienen” aus. Ich distanziere mich grundsätzlich von der Frage, ob das Unternehmen mit der einen oder anderen Methode mehr Geld verdienen wird. Wenn ich den Fall aus dieser Perspektive betrachte und er mir ethisch vertretbar erscheint, bin ich mir sicher, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Die Anwendung dieser Faustregel (d. h. das Herausnehmen des Geldfaktors aus dem Entscheidungsprozess) führt Sie immer in die richtige ethische Richtung. Und damit zum Ergebnis: der richtigen ethischen Entscheidung.
Haben Sie es schon einmal ausprobiert? Lassen Sie mich wissen, ob es bei Ihnen funktioniert hat.